Onoda – 10.000 Nächte im Dschungel

© Rapid Eye Movies
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Kinostart: 02.06.2022 |

Der Film ist eine Fiktionalisierung der wahren Geschichte des japanischen Offiziers Onoda, der kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs bedingungslos einem rigorosen Kommandobefehl folgte, sich mit drei getreuen Soldaten auf einer kleinen philippinischen Insel 29 Jahre lang versteckt hielt, gegen die ansässige Bevölkerung kämpfte, den Naturgewalten des Dschungels trotzte und schließlich als einziger Überlebender der Gruppe erst 1974 zum Aufgeben überredet werden konnte…

Kritik:
So wie sein Ausbilder mit seinen Prinzipien Onoda in einen luftleeren Raum stieß, in dem er nach eigenen Regeln überleben sollte, so stößt der französische Regisseur Arthur Harari, der immer ganz nah am engen Blickwinkel seines Protagonisten bleibt, aber selbst keine Stellung bezieht, auch den Zuschauer über knapp drei Stunden in den Sog einer Leere, die er ganz allein füllen muss, und überlässt es dabei jedem selbst, ob er in diesem Film ein klassisches (Anti-)Kriegs-Drama, das Tagebuch eines physischen und mentalen Verfalls, eine existenzialistische Untersuchung menschlicher Freiheit, eine Studie über den Zusammenhang von Kontrollverlust und dem Entstehen wahnhafter Verschwörungstheorien oder etwa ein Plädoyer für den „Endsieg“ des Humanismus sieht – und genau diese verstörende Undefiniertheit ist (neben der beeindruckend physischen Erfahrbarkeit des Dschungellebens und der großartigen Darsteller) die Stärke dieses gerade heute sehr aktuell wirkenden Films.

Originaltitel: Onoda: Ichiman ya o koete

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  • Wertung
4