
Kinostart: 01.01.2026 |
Im französisch geprägten Algier des Jahres 1938 lebt der junge Angestellte Meursault ambitionslos in den Tag hinein und sorgt bei seinen Mitmenschen durch sein emotionales Unbeteiligtsein – selbst bei der Beerdigung seiner Mutter – und seine verletzende Offenheit für Irritationen – und eben diese Art, nicht nach den Regeln allgemeiner Gepflogenheit mitzuspielen, wird ihm schließlich zum Verhängnis als er durch seinen Nachbarn, den Zuhälter Raymond, in eine tödlich endende Auseinandersetzung gezogen und ihm vor Gericht von der Gesellschaft schonungslos der Prozess gemacht wird…
Kritik:
Regisseur François Ozon hat den berühmten Roman von Albert Camus mit beeindruckenden Darstellern sehr respektvoll umgesetzt und erschafft in stilsicheren Schwarz-Weiß-Bildern die authentische Atmosphäre des (damals genauso wie heute) von französischen Ressentiments gegen die heimische arabische Bevölkerung geprägten Algeriens – doch durch den (von zwei Szenen abgesehen) kompletten Verzicht auf die Ich-Erzählung des Originals fehlt seiner Verfilmung die existenzialistische Tiefe des Romans, und auch diese gnadenlose Hitze der Sonne (bei Camus ein Sinnbild für die absurde Sinnlosigkeit des Seins), die beim Helden schließlich zu einer zufälligen fatalen Entscheidung führt, bleibt in den manchmal allzu ästhetisiert und kühl komponierten Bildern nicht so recht nachfühlbar.
Originaltitel: L’Étranger
Mehr Infos zum Film:
⇒ Google

